Mit Motorsäge und Bagger für den Naturschutz

Dank der trockenen Wetterlage kann am morgigen Mittwoch mit den Maßnahmen gestartet werden!

Die Verantwortlichen hoffen mit Hilfe der Maßnahmen auf die Ansiedlung seltener Bodenbrüter wie dem Kiebitz. Kiebitzküken streifen hoffentlich bald jedes Jahr durch die Grundlosen Wiesen in Rosbach. (Bildquelle: Manfred Vogt)

Wertvolle Biotope brauchen regelmäßige Pflege.

Östlich von Rodheim verlaufen mehrere Gräben, wie der Hamster- und Riedgraben. Entlang dieser Gräben wurde ein Großteil der Flächen von ehemals Feuchtgrünland in Ackerland umgewandelt. Um den Verlust dieser wertvollen Lebensräume auszugleichen, wurden in den Flächen der „Grundlosen Wiesen“ in der Vergangenheit zwei Flachwasserteiche angelegt. Insekten, Amphibien und bodenbrütende Vögel profitieren von der Maßnahme.

Die Wiesen am Riedgraben sind aufgrund ihrer Lage und des hoch anstehenden Grundwassers feuchter als die umliegenden Flächen. Die Idee diese Flächen durch gezielte Maßnahmen ökologisch aufzuwerten gab es schon lange. Die Stadt Rosbach legte in den „Grundlosen Wiesen“ dann vor fast 10 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzfonds Wetterau e. V. zwei Flachwasserteiche an.

Nach über 10 Jahren sind die beiden Stillgewässer in den grundlosen Wiesen nahezu gänzlich von Schilf bestanden und drohen zu verlanden. Um die Laichhabitate für Amphibien sowie den Lebensraum wassergebundener Insekten und bodenbrütender Vögel zu erhalten, ist es nun notwendig regulierend einzugreifen und eine offene Wasserfläche wiederherzustellen.

Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Landschaftspflegverbandes Naturschutzfonds Wetterau e.V. erklärt die anstehenden Prozesse: „An einem der beiden Teiche wird deshalb ein Teil des Schilfes zurückgenommen und das abgelagerte Material, wie Schlamm und Laub, ausgebaggert. So wird die erforderliche Wasserfläche wieder hergestellt und wichtige Flachwasserzonen reaktiviert. Diese sind eine wichtige Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Insekten und Amphibien.“

Um die Fläche auch für bodenbrütende Vögel, die ihre Nester in der Wiese errichten, attraktiv zu gestalten ist die Entnahme dreier Bäume geplant. Sie bilden aktuell einen Riegel im Offenlandcharakter der Umgebung und bieten Ansitzwarten für Fressfeinde wie Krähen und Greifvögel.

Bürgermeister Steffen Maar dankt dem Naturschutzfonds Wetterau e.V. und Landrat Weckler für die konstruktive Zusammenarbeit. „Es ist wichtig, dass das wertvolle Biotop auch als Lebensraum für Tiere erhalten und aufgewertet wird. Für die Stadt Rosbach ist dies ein zentrales Anliegen“, sagte Maar.

„Es zeigt sich wieder einmal, wie wichtig eine engmaschige Betreuung von Naturschutzmaßnahmen ist. Ohne fachliche Begleitung und die gute Kooperation von Wetteraukreis, Gemeinde, ehrenamtliche Unterstützung und Landschaftspflegeverband hätte die Fläche ihre Funktion dauerhaft verloren“, so Landrat Jan Weckler.

Text: Naturschutzfonds Wetterau e.V.

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