Informationen für Unternehmen

Das Coronavirus verbreitet sich in Deutschland rasant und betrifft entsprechend auch immer mehr Unternehmen in Rosbach v. d. Höhe auf unterschiedliche und vielfältige Weise. Daher haben wir für Sie ein paar Informationen zusammengestellt, die für Unternehmen in der aktuellen Situation von Relevanz sein können.

 

1. Verordnung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie (Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung) vom 07. Mai 2020

Die Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte und des Betriebs von Einrichtungen und Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie wurde am 7. Mai 2020 beschlossen und ist am 9. Mai 2020 in Kraft getreten. Sie ersetzt die Dritte Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 14. März 2020 sowie die Vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 17. März 2020. Stand bei Erlass dieser Verordnungen noch das Gebot eines schnellen „Lockdown“ im Vordergrund, regelt die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung nun die Bedingungen, unter denen eine stufenweise Rückkehr in eine gewisse Form der Normalität unter Pandemiebedingungen möglich ist.

Auch die neue Verordnung zielt auf die Eindämmung des neuartigen SARS-CoV-2 Virus, das sich in kürzester Zeit weltweit verbreitet hat. Sie bestimmt kontaktreduzierende Maßnahmen zur Verlangsamung des Infektionsgeschehens und zum Schutz besonders vulnerabler Gruppen. Das SARS-CoV-2 Virus wird von Mensch zu Mensch durch sogenannte Tröpfcheninfektion aber auch die Aerosole übertragen. Durch die Einschränkung von Kontakten und die Aufstellung verschiedener Abstands- und Hygieneregeln für diverse Einrichtungen, Betriebe und Angebote sollen Infektionsketten unterbrochen werden. Die Maßnahmen dienen dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und sollen auch eine Überlastung des Gesundheitssystems und der in diesem Bereich beschäftigten Personen verhindern.

Die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung regelt weite Bereiche des öffentlichen Lebens, des Betriebs von Einrichtungen, der Öffnung von Verkaufsstätten und gastronomischen Betrieben sowie der außerschulischen Bildung- und Ausbildung. Aufgrund des weiterhin dynamischen Geschehens in der aktuellen pandemischen Lage werden die Regelungen der Verordnung ständig überprüft und evaluiert. Es gilt der Grundsatz der schrittweisen Öffnung wesentlicher wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Bereiche unter Vermeidung von sozialen Nahkontakten.

Für weitere Informationen sehen Sie bitte die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung der Hessischen Landesregierung.

Hilfreich in der Interpretation der Verordnung sind die entsprechenden Auslegungshinweise. Diese geben anhand von konkreten, nicht abschließenden Fallbeispielen Hinweise zum Verständnis der Verordnung. Die Auflistung ist nach den Regelungsbereichen der Verordnung gegliedert und gibt einen Überblick über häufig nachgefragte Bereiche, wiederholt ggf. ausdrücklich in der Verordnung genannte Bereiche und erläutert die jeweils geltenden Hygieneregeln. Sie ist nicht abschließend. Die Auslegungshinweise ersetzen nicht die Regelungen der Verordnung, sondern konkretisieren sie. Die jeweiligen Hygienevorschriften der Verordnung sind einzuhalten. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert.

 

2. Förderprogramme für hessische Unternehmen

Im Folgenden werden die verschiedenen Möglichkeiten der Förderungen für hessische Unternehmen aufgezeigt. Diese reichen von Zuschüssen für Klein(st)unternehmen und Solo-Selbstständigen, über die Corona-Hilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen der WIBank bis hin zu Bürgschaften der Hessischen Bürgschaftsbank.

 

2.1 Soforthilfe: Zuschüsse für Klein(st)unternehmen und Solo-Selbstständige

Am 27. März 2020 hat der Bundesrat abschließend über das umfassende Hilfspaket der Bundesregierung und den für dessen Umsetzung erforderlichen Nachtragshaushalt entschieden. Damit stehen den Ländern die Gelder für Soforthilfen für kleine Unternehmen zur Verfügung. Das Land Hessen stockt die Mittel der Bundesregierung mit einem eigenen Zuschuss zusätzlich auf.

Laut Hessischem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen haben folgende Unternehmen Anspruch auf Zuschüsse:

  • gewerbliche Unternehmen
  • Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft
  • Sozialunternehmen in der Rechtsform einer GmbH, die vom Finanzamt als steuerbegünstigte (gemeinnützige) Körperschaft im Sinne des § 5 Absatz 1 Nr. 9 KStG anerkannt wurden
  • Selbstständige, Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen

Diese dürfen bis zu 50 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente) haben, der Hauptsitz des antragstellenden Unternehmens bzw. Wohnsitz der antragstellenden Einzelperson muss in Hessen liegen.

Die Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) und beträgt bis zu:

  • Bis zu 5 Beschäftigte: 10.000 Euro für drei Monate,
  • Bis zu 10 Beschäftige: 20.000 Euro für drei Monate,
  • Bis zu 50 Beschäftigte: 30.000 Euro für drei Monate.

Teilzeitbeschäftigte sind in Vollzeitäquivalente umzurechnen. Zur Umrechnung von Teilzeitkräften und 450 Euro-Jobs in Vollzeitäquivalente

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Mitarbeiter über 30 Stunden = Faktor 1
  • Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Die Zuschüsse werden für drei Monate gewährt, eine Verlängerung um zwei weitere Monate ist laut Bundesfinanzministerium möglich, wenn der Vermieter die Miete um 20% reduziert.

Folgende Voraussetzungen gelten für die Inanspruchnahme der Zuschüsse:

  • Wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge der Coronavirus-Krise.
  • Das Unternehmen darf vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.
  • Schadenseintritt nach dem 11. März 2020.

Weitere Informationen zum Soforthilfeprogramm des Land Hessen entnehmen Sie bitte der Seite: Zuschüsse - Soforthilfe für Selbstständige, Freiberufler und kleine Betriebe des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen: https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/soforthilfe/soforthilfe-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleine-betriebe

Das Antragsverfahren ist einstufig. Anträge auf Förderung können über eine Online-Antragsplattform seit 30.03.2020 an das Regierungspräsidium Kassel gerichtet werden. Alle Informationen, die technische Anleitung finden Sie auf der Seite des Regierungspräsidiums in Kassel: https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe.

Direkt zum Online-Formular gelangen Sie über folgenden Link: https://rp-kassel.hessen.de/sites/rp-kassel.hessen.de/files/200330_Checkliste%20zu%20Soforthilfen_RPK_0.pdf

Die IHK Darmstadt hat ein Video zur Verfügung gestellt, in welchem den Ablauf der Antragsstellung anschaulich dargestellt wird. Das Video ist aufrufbar unter https://www.youtube.com/watch?time_continue=77&v=spvB-vks76c&feature=emb_title.

Anträge für die Soforthilfe können bis zum 31. Mai 2020 eingereicht werden.

 

2.2 Corona-Hilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Neben den Soforthilfen für kleine Unternehmen stehen umfassende Kreditprogramme für Unternehmen zur Verfügung. Das KfW Sonderprogramm 2020 ist am 23.03.2020 gestartet. Anträge können seitdem bei der KfW gestellt werden.

Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind und Unternehmen, die mindestens drei Jahre am Markt aktiv sind beziehungsweise zwei Jahresabschlüsse vorweisen können sind berechtigt, Kredite der KfW im Rahmen der Corona-Hilfe zu ausgeschüttet zu bekommen.

Voraussetzung ist, dass die Firma bis zum 31. Dezember 2019 nicht in finanziellen Schwierigkeiten war.

Sie beantragen einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel. Dabei übernimmt die KfW einen Teil des Risikos Ihrer Bank. Das erhöht Ihre Chance, eine Kreditzusage zu erhalten. Für große Unternehmen liegt Risikoübernahme bei bis zu 80 Prozent, für kleine und mittlere Unternehmen bei bis zu 90 Prozent.

Die Antragsstellung erfolgt über Ihre Bank oder Sparkasse. Jeder Antrag wird mit Hochdruck bearbeitet, um Ihnen so schnell wie möglich zu helfen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der KfW unter: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Auch wenn Ihr Unternehmen weniger als drei Jahre am Markt aktiv ist beziehungsweise noch keine zwei Jahresabschlüsse vorlegen kann, können kleine und mittlere Unternehmen sowie große Unternehmen einen ERP-Gründerkredit-Universell für Investitionen und Betriebsmittel beantragen. Voraussetzung: Ihre Bank oder Sparkasse trägt das volle Risiko.

Hinweis: Eine Alternative kann der ERP-Gründerkredit Startgeld sein. Mit diesem Kredit erhalten Sie bis zu 30.000,- Euro für Betriebsmittel – mit bis zu 80 Prozent Risikoübernahme durch die KfW.

Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet: 0800 / 539 9001.

 

2.2.1 KfW-Schnellkredit 2020

Die Bundesregierung baut die Kredithilfen für kleine und mittlere Betriebe aus. Das neue Programm "KfW-Schnellkredit 2020" macht eine noch raschere Unterstützung für mittelständische Unternehmen möglich. Der Kredit wird zu 100 % abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Das erhöht Ihre Chance deutlich, eine Kreditzusage zu erhalten.

Der Förderkredit für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) ist für Unternehmen mit 11 bis 249 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind, vorgesehen. Der maximale Kreditbetrag liegt bei bis zu 3 Monatsumsätzen des Jahres 2019 (Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten erhalten max. 500.000 Euro, Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten erhalten max. 800.000 Euro) bei einem Zinssatz von aktuell 3,00 % p.a., 10 Jahren Laufzeit, einer 100 % Risikoübernahme durch die KfW und keiner Risikoprüfung durch Ihre Bank. Voraussetzung zur Beantragung ist, dass Sie zuletzt einen Gewinn erwirtschaftet haben – entweder 2019 oder im Durchschnitt der letzten 3 Jahre.

Zu weiterführenden Informationen zum KfW-Schnellkredit 2020 sowie zur Antragsvorbereitung gelangen Sie über: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Erweitern-Festigen/F%C3%B6rderprodukte/KfW-Schnellkredit-(078)/.

Der KfW-Schnellkredit kann seit dem 15.04.2020 beantragt werden. Sie stellen den Antrag nicht direkt bei der KfW, sondern bei Ihrer Bank.

 

2.3 Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen (WI-Bank)

Neben der Corona-Soforthilfe unterstützt das Land Hessen die Unternehmen in dieser für die Wirtschaft kritischen Situation in Kooperation mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Von Donnerstag, 26. März, an können betroffenen hessische Unternehmerinnen und Unternehmern kurzfristige Liquiditätshilfen in Form von Darlehen beantragen. Hierfür wurde das bewährte Kreditprogramm für Kleinunternehmen ausgeweitet auf Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten.

Mit der neuen Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Hessen stellt die WIBank über die Hausbank ein so genanntes Nachrangdarlehen in Höhe von mindestens 5.000 Euro bis maximal 200.000 Euro zur Verfügung. Ein Nachrangdarlehen verzichtet auf zusätzliche Risikoabsicherung durch die Hausbank. Das Verfahren sieht so aus: Die Hausbank stellt als notwendige Kofinanzierung zusätzliche eigene Darlehensmittel in Höhe von weiteren 20 Prozent der Summe bereit. Die Darlehenslaufzeit beträgt zwei Jahre mit endfälliger Tilgung oder alternativ fünf Jahre mit zwei tilgungsfreien Jahren. Die „Liquiditätshilfe für KMU“ richtet sich an Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit Sitz in Hessen.

Darüber hinaus können hessische Unternehmen einen Zuschuss zu Sanierungsgutachten nach IDW S6 bei der WIBank beantragen. Der individuelle Zuschuss kann bis zu 50 Prozent der Kosten für das Sanierungsgutachten, maximal 10.000 Euro betragen. Dies erleichtert den Hausbanken der Unternehmen die Aufrechterhaltung der Finanzierung.

Handwerksbetriebe mit bis zu 25 Mitarbeitenden und 5 Mio. Euro Jahresumsatz können Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50 Prozent aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig. Weitere Infos unter: www.wibank.de/kfk

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Mio. Euro Umsatz können aus diesem Förderprogramm über ihre Hausbank Betriebsmittelkredite bis 1 Mio. Euro erhalten. Weitere Infos unter: www.wibank.de/guw

Die Förderberatung des Landes Hessen bei der WIBank im Rahmen der Coronakrise erreichen Sie unter: www.wibank.de/wibank/corona.

 

2.3.1 Hessen-Mikroliquidität

Kleinunternehmen mit maximal 50 Beschäftigten erhalten Überbrückungskredite zwischen 3.000 und 35.000 Euro im Rahmen der Hessen-Mikroliquidität. Das Programm, welchem die Landesregierung 30 Millionen Euro bereitstellt, ist seit dem 3. April aktiv. Antragsteller benötigen keinerlei bankübliche Sicherheiten und müssen keine Gebühren entrichten. Die Höhe des Kreditbetrages orientiert sich am Liquiditätsbedarf für sechs Monate ab dem 13. März 2020. Die Darlehenslaufzeit beträgt sieben Jahre, die ersten beiden Jahre sind dabei tilgungsfrei. Der Zinssatz liegt bei 0,75 Prozent pro Jahr.

 

2.4 Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Bundestag und Bundesrat haben am 25.03.2020 bzw. am 27.03.2020 einen großvolumigen Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung auf den Weg gebracht: Mit Mitteln von bis zu 600 Milliarden Euro federt er die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie auf Unternehmen ab, deren Bestand für den Standort Deutschland oder den Arbeitsmarkt erhebliche Bedeutung hat. Er richtet sich an große Unternehmen mit einer Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro, Umsatzerlösen von mehr als 50 Millionen Euro und mehr als 249 Arbeitnehmern. Jedoch müssen nur zwei von drei dieser Kriterien erfüllt sein. Er soll ebenfalls Liquiditätsengpässe beseitigen, die Refinanzierung am Kapitalmarkt unterstützen und vor allem auch die Kapitalbasis von Unternehmen stärken. Der „Wirtschaftsstabilisierungsfonds“ besteht aus:

  • 400 Milliarden Euro Staatsgarantien für Verbindlichkeiten
  • 100 Milliarden Euro für direkte staatliche Beteiligungen
  • 100 Milliarden Euro für Refinanzierung durch die KfW-Sonderprogramme

Die Unterstützungsmöglichkeiten des Fonds gelten auch für systemrelevante kleinere Unternehmen und Unternehmen im Bereich kritischer Infrastruktur (hierzu zählen auch kommunale Unternehmen) sowie für Start-ups, die seit dem 01.01.2017 in mindestens einer abgeschlossenen Finanzierungsrunde von privaten Kapitalgebern mit einem Unternehmenswert von mindestens 50 Millionen Euro einschließlich des durch diese Runde eingeworbenen Kapitals bewertet wurden. Der Fonds kann sich auch zeitlich begrenzt direkt an Unternehmen beteiligen. Ziel ist es dabei auch, einen Ausverkauf deutscher Wirtschafts-und Industrieinteressen zu verhindern. Die Bundesregierung greift damit auf den SoFFin –den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung –zurück, der in der Finanzkrise bereits funktioniert hat.

 

2.5 Bürgschaften

Wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung sind neben der KfW auch die deutschen Bürgschaftsbanken, die Ihnen in Verbindung mit Ihrer Hausbank herauszulegende Kredite besichern können. Für Unternehmen, die bis zur Krise tragfähige Geschäftsmodelle hatten, können Bürgschaften für Betriebsmittel zur Verfügung gestellt werden. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick der Maßnahmen, die von Seiten der Bürgschaftsbank Hessen erfolgen, diese Maßnahmen sind zunächst bis zum 31.12.2020 befristet.

  • Anhebung der Bürgschaftsobergrenze von 1,25 Mio. Euro auf 2,5 Mio. Euro
  • Erhöhung der Bürgschaftsquote auf durchgängig bis zu 80 % für Betriebsmittel
  • Laufzeit der Bürgschaft bis zu 8 Jahren möglich
  • Verbesserung der Bedingungen für Bürgschaften

Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite der Hessischen Bürgschaftsbank unter:
https://bb-h.de/corona/

 

3. Steuerliche Hilfsmaßnahmen

Alle unmittelbar vom Coronavirus betroffenen Unternehmen können steuerliche Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Die Bundesregierung sieht folgende Erleichterungen vor:

  • Stundung von Steuerschulden aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie der Umsatzsteuer bis Ende 2020.
  • Anpassung von Steuervorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer.
  • Anpassung des Messbetrages für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen.
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie der Umsatzsteuer.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte dem Artikel des Bundesministeriums der Finanzen vom 19.03.2020: Steuerliche Hilfsmaßnahmen für alle von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen, abrufbar unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-steuerliche-Massnahmen.html

Das Hessische Ministerium der Finanzen hat einen FAQ-Katalog zum Thema „Steuern in Zeiten der Corona-Pandemie“ angelegt. Diesen können sie unter folgendem Link einsehen: https://finanzen.hessen.de/sites/default/files/media/hmdf/faq_zum_thema_steuern_-_stand_30.3.2020.pdf

Die Beantragung muss bis zum 31. Dezember 2020 bei Ihrem Finanzamt erfolgen.

Zur Unterstützung der von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Gastronomiebetriebe soll die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 01.07.2020 befristet bis zum 30.06.2021 auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent abgesenkt werden (Beschluss Bundeskabinett vom 06.05.2020).

4. Kurzarbeit

Die Bundesregierung hat erleichterte Zugangsregeln für das Kurzarbeitergeld geschaffen. Rückwirkend zum 1. März 2020 gelten daher folgende Regelungen:

  • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden. Das gilt vorübergehend bereits, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Diese Schwelle liegt grundsätzlich bei 30 Prozent der Belegschaft.

  • Auf den Aufbau von Minusstunden soll in der aktuellen Situation vollständig oder teilweise verzichtet werden können. Das geltende Recht verlangt, dass in Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, diese auch zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt und ins Minus gefahren werden.

  • Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.

  • Wer aufgrund von Kurzarbeit unter das Grundsicherungsniveau rutscht, kann aufstockend SGBII-Leistungen in Anspruch nehmen. Die Leistung wird unbürokratischer zugänglich gemacht, um Notsituationen abzuwenden.

Kurzarbeitergeld wird vom Arbeitgeber beantragt. Der Antrag muss innerhalb von 3 Monaten bei der Agentur für Arbeit eingereicht werden, in deren Bezirk die zuständige Lohnabrechnungsstelle liegt.

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich danach, wie hoch der finanzielle Verlust nach der Zahlung von Steuern für ist. Grundsätzlich werden rund 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts bezahlt. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld rund 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts.

Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/KUG050-2016_ba014803.pdf

Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes für Geringverdiener:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/KuG51-Tabelle-2016_ba015003.pdf

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Seiten der Bundesregierung (https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/info-beschaeftigte-1734774), der Bundesagentur für Arbeit (https://www.arbeitsagentur.de/finanzielle-hilfen/kurzarbeitergeld-arbeitnehmer) sowie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/erleichtertes-kurzarbeitergeld.html).

Die Hotline zu Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit lautet 0800/45555-20

 

5. Grundsicherung

Wenn Ihnen als Unternehmer/-in die Mittel zur Bestreitung Ihres allgemeinen Lebensunterhaltes fehlen, haben Sie die Möglichkeit Grundsicherung zu beantragen. Die Zugangsvoraussetzungen zur Grundsicherung sind im Zuge der Corona-Krise gelockert worden. So findet für die ersten sechs Bezugsmonate keine Vermögensprüfung statt. Außerdem werden im gleichen Zeitraum die Ausgaben für Miete und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Diese Regelungen gelten zunächst befristet bis zum 30. Juni 2020.

Weitere Informationen zum Thema Grundsicherung  finden Sie auf der Homepage der Arbeitsagentur für Arbeit unter https://con.arbeitsagentur.de/prod/cmsportal/marketing/corona-grundsicherung/.

Für die Beantragung der Grundsicherung wenden Sie sich an das Jobcenter Wetterau unter https://www.jobcenter-wetterau.de/index.html.

 

6. Perspektivenberatung Mittelstand des RKW Hessen

Die RKW Hessen GmbH und das angeschlossene Beraternetzwerk möchten mittelständische Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die vom Coronavirus betroffen sind, unterstützen. Für vom Coronavirus betroffene Unternehmen können Beratungen zu 100% über die Beratungsförderung des Bundes gefördert werden! Bis zu 4 Tage Beratungsunterstützung (bis zu 4.000,- €) werden kostenfrei geleistet! Die Unternehmen müssen lediglich die Kosten der Umsatzsteuer (max. 760,- €) selbst tragen. Die Auszahlung der Förderung geht nach Abschluss der Beratung direkt an das RKW Hessen.

Zielgruppe der Maßnahme sind alle kleinen und mittleren Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von max. 50 Mio. € oder eine Jahresbilanzsumme von max. 43 Mio. €.

 

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage des RKW Hessen unter:

https://www.rkw-hessen.de/unternehmens-entwicklung/perspektivenberatung.html

Anfragen können direkt über das RKW Hessen, wahlweise via Mail (perspektive@rkw-hessen.de) oder über das Antragsformular (https://www.rkw-hessen.de/ueber-uns/ansprechpartner/kontakt-perspektivenberatung.html) gestellt werden.

 

7. Erntehelfer / Landwirtschaft

In Anbetracht der drohenden Problematik fehlender Erntehelfer, legen wir insbesondere den Landwirten die Plattform „daslandhilft.de“ (www.daslandhilft.de/) ans Herz. Es handelt sich hierbei um eine Initiative des Bundesverbands der Maschinenringe e.V., gemeinsam mit Landesverbänden und regionalen Maschinenringen und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Über die Plattform können sich potentielle Helfer sowie hilfesuchende Landwirte unter Angabe von Arbeitsfeldern, Voraussetzungen etc. vernetzen. In der Selbsthilfeorganisation sind bereits jetzt etwa 187.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland organisiert.

 

8. Wichtige Hotlines für Unternehmen im Überblick

Hessenweite Hotline für Fragen, Anliegen und Informationen zum Coronavirus

Telefon: 0800 - 555 4666
täglich von 08:00-20:00 Uhr

Sie können uns Ihre Fragen auch unter buergertelefon@stk.hessen.de per E-Mail stellen.

 

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus

Telefon: 030 346465 100
Mo – Do 08:00 bis 18:00 Uhr, Fr 08:00 bis 12:00 Uhr

 

Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus

Telefon: 030 18615 1515
Mo – Fr 09:00 bis 17:00 Uhr

 

Unternehmerhotline der Bundesagentur zur Beantragung von Kurzarbeitergeld*

Telefon: 0800 45555 20
Mo – Fr 08:00 bis 12:00 Uhr, zusätzlich Mo 14:00 bis 16:00 Uhr, Do 14:00 bis 18:00 Uhr

*Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur in Friedberg

 

Informationen Gastgewerbe

DEHOGA Hessen: https://www.dehoga-hessen.de/

Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen e.V.
Auguste-Viktoria-Straße 6
65185 Wiesbaden
Fon 0611/99201-0
Fax 0611/99201-22
info​@​dehoga-hessen.de

DEHOGA Mittelhessen: https://www.dehoga-hessen.de/dehoga-hessen/dehoga-vor-ort/kreisverbaende/mittelhessen/?L=0

 

Informationen Handel

Handelsverband Hessen: https://www.hvhessen.de/de

Handelsverband Hessen-Süd e.V.
Flughafenstraße 4a
60528 Frankfurt am Main
Telefon: 069-133091 0
Telefax: 069-133091 99
E-Mail: service@einzelhandelsverband.de

 

Informationen Handwerk

Handwerkskammer Wiesbaden: https://www.hwk-wiesbaden.de/artikel/faqs-zur-coronakrise-wichtige-hinweise-44,0,3391.html

HWK Wiesbaden
Bierstadter Straße 45
65189 Wiesbaden
Telefon 0611 136-0
Fax 0611 136-155
info@hwk-wiesbaden.de

 

Informationen Baugewerbe

Verband baulicher Unternehmer Hessen e. V.: https://www.bgvht.de/corona-infos/

BGVHT Hauptgeschäftsstelle Frankfurt a.M.
Emil-von-Behring-Straße 5
60439 Frankfurt a.M.
Telefon 069-95809-0
Fax 069-95809-233
baugewerbe@bgvht.de

 

9. Weiterführende Links zur aktuellen Informationslage

 

  • Auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts finden Sie den stets aktualisierten Sachstand zum Thema Coronavirus sowie Hinweise zu vorbeugenden Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen: www.rki.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Der Verband baulicher Unternehmer Hessen e. V. hat auf seiner Homepage neben allgemeinen Informationen auch solche zu arbeitsrechtlichen Behandlungen einer Pandemie, zu Auswirkungen einer Pandemie auf Bauverträge sowie einige betriebswirtschaftliche Informationen zusammengestellt: https://www.bgvht.de/corona-infos/

 

  • Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat verschiedene Hinweise, Materialien und Internetseiten mit aktuellen Informationen rund um diese Thematik zusammengestellt: www.zdh.de/themen-a-z/coronavirus/

 

Falls Sie sich nicht sicher sind, wo Sie die Informationen bekommen, die Sie benötigen, hilft Ihnen die Wirtschaftsförderung der Stadt Rosbach v. d. Höhe selbstverständlich sehr gerne weiter!

Ansprechpartner

Nils Altvater

Tel.: 06003 / 822-222
Fax: 06003 / 822-106
E-Mail: altvater@rosbach-hessen.de