„Der Tunnelbauer“ – eine eindrucksvolle Lesung mit Gänsehaut-Feeling
Untermalt wurden die wahren Begebenheiten die Neumann nach seinem Abitur zwischen 1961 und 1964 zusammen mit anderen Studenten erlebt hat, mit Schwarz-Weiß-Bildern, die den Teilnehmern eine Ahnung der damaligen Erlebnisse vermitteln konnten.
„Sommer 1961. Achim ist 18, hat das Abi in der Tasche und freut sich auf die Ferien an der Ostsee. Mitten im „Sommer aller Sommer“ wird am 13. August in seiner Heimatstadt Berlin die Mauer hochgezogen. Mit einem Mal fühlt Achim sich in der DDR wie in einem Gefängnis. Als dann noch ein Schulfreund von ihm wegen einer Nichtigkeit zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wird, flieht er nach Westberlin.“
Und hier beginnt die Geschichte an diesem Abend: Eindrucksvoll berichtet Maja Nielsen, wie Achim Neumann mit einem gefälschten Schweizer Pass über die Grenze von Ost- nach
West-Berlin floh und wie er zusammen mit anderen Helfern mehrere Tunnel grub, durch die sie Menschen unter dem sogenannten Todesstreifen in den Westen brachten. Immer in ständiger Angst, von der Stasi gefangen genommen zu werden. Nielsen berichtete von insgesamt 6 Tunneln, die teilweise 12 Meter tief verliefen und die nach der Anzahl der geretteten Menschen benannt worden waren. Sie erzählte und zeigte Fotos von eindringenden Wassermassen und wie auch Frauen und kleine Kinder durch diese Tunnel in die Freiheit gelangten.
Am Ende der rund 90-minütigen Lesung bedankte sich auch Bürgermeister Steffen Maar ganz herzlich bei der Autorin für diese kurzweiligen und eindrucksvollen Einblicke in die damaligen Geschehnisse: „Auf dass wir nicht vergessen, was damals geschah, und die Menschheit dazu lernen möge.“

